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Die Geschichte des Sameritervereins Samedan


Dr. med. Oskar Bernhard
Dr.med Oskar Bernhard
* 24.05.1861 in Samedan
† 14.11.1939 in St. Moritz

Im Jahre 1897 gründete Dr.med. Oskar Bernhard,
der von 1895 bis 1907 erster Chefarzt des neugegründeten
Kreisspitals Oberengadin war, den Samariterverein Samedan.
Er war von 1897 bis 1907 dessen Präsident.

Der Verein zählte bei seiner Gründung 58 Mitglieder,
und zwar 55 Damen und 3 Herren! In einem Jahresbericht der
Bündner Zentralstelle wurde übrigens vermerkt:
„…dass, wenn im­mer möglich die Vereinsgeschäfte den Damen
übertragen werden sollten, da die Herren mit Derartigen
ohnehin überbürdet seien…“

Über die Vereinstätigkeit des neugegründeten Vereins ist in
den Akten wenig zu finden. Die Aktivitäten müssen aber sehr
rege gewesen sein und die vorgeschriebene Zahl von
theoreti­schen Kursen und praktischen Übungen wurden gar
überschritten.

Nach der Gründung gesellten sich zur Lokalsektion Samedan die Gemeinden Pontresina, Celerina, Bever, La Punt Chamues-ch und Madulain. 1906 setzten sich La Punt Chamues-ch und Madulain ab und schlossen sich wohl aus geographischen Gründen Zuoz an. Später setzte sich auch die Sektion Pontresina von Samedan ab.

Wenn ein Samariterverein richtig funktionieren soll, ist der Zugriff zu einem Krankenmobilien-Magazin unabdingbar. Es bestanden zur Gründungszeit des Samaritervereins Samedan in Chur, Maienfeld, Sent, Poschiavo, Thusis, Ilanz, S-chanf und Zuoz Krankenmobilien-Maga­zine, die – wie sämtliche Samaritervereine des Kantons Graubünden – in Chur zentral orga­nisiert und lokal von einem Aufsichts-Komitee kontrolliert und betrieben wurden.

Aber sowohl die Vereinstätigkeit als auch die Magazine kosteten Geld, und trotz aller selbst­losen und freiwilligen Tätigkeit brauchten die Lokalsektionen und die Zentralstelle in Chur finanzielle Mittel, um bestehen zu können. Die Mitgliederbeiträge allerdings waren sehr be­scheiden:
Anfänglich bezahlte in Samedan jedes Mitglied 30 Rappen, um’s Jahr 1921 Fr. 1.-- und im 1936 Fr. 1.50. Der Betrieb konnte nur dank grosszügiger Spenden und mit Sammel­aktionen aufrechterhalten werden.

Die Jahre anfangs des 20. Jahrhunderts waren geprägt durch eine rege Sammeltätigkeit, vor allem auch in Zusammenhang mit der Mobilmachung zum 1. Weltkrieg. Eine besondere Herausforderung für den Samariterverein stellte auch die Flüchtlings- und Interniertenver­sorgung dar, insbesondere aber auch die Einsätze der Samariterinnen als Hilfspflegerinnen anlässlich der Spitalaufnahme einer grösseren Anzahl von befreiten Kon­zentrationslager-Insassen aus Matthausen im April 1945.

Nach dem Tode des Präsidenten Edwin Fenner im Dezember 1946 wurde es ruhig im Samariterverein Samedan. Für diese Flaute war vermutlich die während der Kriegsjahre oft über­mässige Beanspruchung des Vereins verantwortlich. Den seltenen Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass nur noch eine sehr beschränkte Tätigkeit stattfand.

1959 hat Herr Toni Kaiser den Samaritergedanken wieder geweckt, Mitglieder geworben und auf den 10. Mai 1960 zu einer Gründungsversammlung eingeladen.

17 Interessenten fanden sich ein, darunter 15 Absolventen des Samariterkurses Winter 1959/60 und zwei Mitglieder des ehemaligen Samaritervereins Samedan/Bever.

Die folgenden Jahre waren von strenger Aufbauarbeit geprägt, um den etwas lädierten Karren wieder flott zu machen. Es gelang ausgezeichnet! Mitgliederwerbung war an der Tages­ordnung. Die fleissigsten der Aktiven wurden mit einer Verbandspatrone belohnt….

In den 70er-Jahren erfuhr die Tätigkeit des Vereins etliche Änderungen. Neben der üblichen Übungstätigkeit mussten die durch den TCS eingeführten Nothelferkurse umgesetzt werden. Ausserdem arbeitete der Verein immer tatkräftiger bei den durchgeführten Blutspendeaktio­nen des Blutspendezentrums Chur mit. Die Aktionen unter der lokalen Organisation des Samaritervereins Samedan haben es ermöglicht, eine funktionstüchtige Blutbank an unse­rem Spital aufzubauen.
Als trübes Kapitel wird in den Berichten anfänglich immer wieder erwähnt, dass im neuen Schulgebäude keine Räume für Material und für Kurse vorgesehen waren. Dies konnte aller­dings korrigiert werden, und fortan befand sich das Samariter-Hauptquartier im Schulhaus. 1970 wurde im Plantahaus ein Lokal zur Lagerung der Krankenmobilien zur Verfügung gestellt.

Im Jahresbericht 1988 hält die Präsidentin fest, dass sich der Verein aus 58 Aktiven und 15 Passiven zusammensetzt, dass in 13 Nothilfekursen 219 junge Leute in erster Hilfe und 32 Teilnehmer in „Nothilfe für Kleinkinder“ ausgebildet wurden.

1995 wurde eine Samariter-Gruppe gebildet, die jeweils bei den Feuerwehrübungen mit­macht. Der Gedankenaustausch, die gemeinsame Alarmbereitschaft und die gemeinsamen Einsätze haben sich sehr bewährt.

Heute besteht in Samedan ein äusserst aktiver Samariterverein.

Präsidenten/innen des Samaritervereins Samedan von 1897 bis 2011
1897 - 1907 Dr. med. Oskar Bernhard
1907 - 1912 Dr. med. Adolf Pedotti
1912 - 1935 Frau Anna Klainguti-Nicolay
1935 - 1946 Dr. med. dent. Edwin Fenner-Klainguti
1960 - 1962 Frau Heidi Trächsel
1962 - 1965 Herr Mario Negri
1965 - 1985 Herr Chasper Sutter
1985 - 1997 Frau Chatrina Franziscus
1997 - 2008 Frau Cornelia Voneschen
2008- 2013 Frau Ruth Tosio
seit 2013 Frau Cornelia Voneschen

Quelle:
Broschüre „100 Jahre Samariterverein Samedan 1897-1997“
von Dr. med. Andri Fenner
Homepage SSB Schweizerischer Samariterbund